Hier zu sehen ist ein Ausschnitt aus einer unerschöpfichen Sammlung von Bilder, die sich um den Arbeitszyklus Tales of an urban loneliness ranken. Der Zyklus umfasst verschiedene Akte, und ist mein persönliches Archiv der Sehnsucht. Die Arbeitsweise ist ein Spiel zwischen Euphorie und Enttäuschung, die Suche nach dem einen Bild, welches die langen Spaziergänge durch die Stadt zu rechtfertigen vermag. Sie umkreist die Einsamkeit der Menschen, denen ich auf meinen Streifzügen begegne, oder mehr deren Vereinzelung in der urbanen Umgebung. Sie werden zu Protagonisten und ein Bruchstück ihres Daseins wird festgehalten; Der pure Augenblick des Seins, des Voranschreitens, des Innehalten, des Glücks oder der Erwartung? Der Moment ist intim, radikal und drängt nach Nähe, sucht das Körperliche, nach Orten, welche verlassen scheinen, der Abwesende jedoch wahrnehmbar oder durch seine Spuren sichtbar bleibt.

Es ist das Unperfekte; der Fokus, der manchmal verschwimmt, die Suche im satten, körnigen Schwarz oder in der grellen Helligkeit. Punkte,  irrende Muster, scharfe Konturen und Silhouetten, verschmolzen mit der Geschichte, welche nur angedeutet oder bruchstückhaft  sichtbar ist, sich im Innern weiterspinnt und in ihrer Anordnung zu einer imaginären  lmischen Narration wird. Ich bin in den 70er und 80er Jahren aufgewachsen. Magazine wie der Spiegel waren voller körnigen schwarzweiss Bilder. Gesichter wurden mit schwarzen Balken zensuriert. Es war die Zeit der RAF. Kombiniert mit den Streetstyle Bilder der HipHop- und der NewWave Bewegung der frühen 80er, hinterließen diese Eindrücke einen prägenden visuellen Fingerabdruck, und auf der Suche nach Identität war diese mir unbekannte Welt magisch. Getrieben von der Neugierde für die Schönheit im Unspektakulären, einer Patina auf der bis ins Detail designten Welt, die uns wie eine Postkarte einer global gültigen Ästhetik aufgezwungen wird. Deswegen drängt es mich, meine Fotogra e von einer exakten zeitlichen Prägung zu befreien. Es ist eine Wanderung auf einem feinen, schmalen Grat zwischen irrem Wahnsinn, Traumwandeln, Dichte, Melancholie und visueller Nostalgie. Ein dröhnender Puls, ein Rhythmus, der überhand nimmt und irgendwann zu seinem eigen wird: Die Wechselwirkung zwischen Schnapsschuss und einer gefühlten Zeitlupe.

 

 

 

Hier zu sehen ist ein Ausschnitt aus einer unerschöpfichen Sammlung von Bilder, die sich um den Arbeitszyklus Tales of an urban loneliness ranken. Der Zyklus umfasst verschiedene Akte, und ist mein persönliches Archiv der Sehnsucht. Die Arbeitsweise ist ein Spiel zwischen Euphorie und Enttäuschung, die Suche nach dem einen Bild, welches die langen Spaziergänge durch die Stadt zu rechtfertigen vermag. Sie umkreist die Einsamkeit der Menschen, denen ich auf meinen Streifzügen begegne, oder mehr deren Vereinzelung in der urbanen Umgebung. Sie werden zu Protagonisten und ein Bruchstück ihres Daseins wird festgehalten; Der pure Augenblick des Seins, des Voranschreitens, des Innehalten, des Glücks oder der Erwartung? Der Moment ist intim, radikal und drängt nach Nähe, sucht das Körperliche, nach Orten, welche verlassen scheinen, der Abwesende jedoch wahrnehmbar oder durch seine Spuren sichtbar bleibt.

Es ist das Unperfekte; der Fokus, der manchmal verschwimmt, die Suche im satten, körnigen Schwarz oder in der grellen Helligkeit. Punkte,  irrende Muster, scharfe Konturen und Silhouetten, verschmolzen mit der Geschichte, welche nur angedeutet oder bruchstückhaft  sichtbar ist, sich im Innern weiterspinnt und in ihrer Anordnung zu einer imaginären  lmischen Narration wird. Ich bin in den 70er und 80er Jahren aufgewachsen. Magazine wie der Spiegel waren voller körnigen schwarzweiss Bilder. Gesichter wurden mit schwarzen Balken zensuriert. Es war die Zeit der RAF. Kombiniert mit den Streetstyle Bilder der HipHop- und der NewWave Bewegung der frühen 80er, hinterließen diese Eindrücke einen prägenden visuellen Fingerabdruck, und auf der Suche nach Identität war diese mir unbekannte Welt magisch. Getrieben von der Neugierde für die Schönheit im Unspektakulären, einer Patina auf der bis ins Detail designten Welt, die uns wie eine Postkarte einer global gültigen Ästhetik aufgezwungen wird. Deswegen drängt es mich, meine Fotogra e von einer exakten zeitlichen Prägung zu befreien. Es ist eine Wanderung auf einem feinen, schmalen Grat zwischen irrem Wahnsinn, Traumwandeln, Dichte, Melancholie und visueller Nostalgie. Ein dröhnender Puls, ein Rhythmus, der überhand nimmt und irgendwann zu seinem eigen wird: Die Wechselwirkung zwischen Schnapsschuss und einer gefühlten Zeitlupe.